Webkataloge - 10 entscheidende Kriterien für die Qualität
Seit Mitte 2005 springen die Self-Made-Kataloge wie Pilze aus dem Boden. Ursache dafür, war zum einen die Erkenntnis, dass die Domainpopularität - also die Anzahl der Domains, die auf eine bestimmte Website verweisen - als Bewertungskriterium innerhalb der organischen Suchergebnisse gestiegen ist. Zum anderen wurde die Aufnahmesituation in den großen kommerziellen Verzeichnisdiensten immer drastischer. Yahoo! hat Webvorschläge im kommerziellen Zweig des Verzeichnisses gänzlich abgeschaltet. Web.de hat hingegen die Gebührenstruktur von ehemals 24,- Euro pro Jahr zu mittlerweile 0,57 Cent pro Tag angepasst, was unterm Strich ein Jahresbeitrag von 208,05 Euro entspricht. In den Folgejahren werden für einen einfachen Basiseintrag sogar 419,17 Euro fällig.
Insbesondere aus diesen Gründen haben sich seit Anfang 2005 über 500 Webverzeichnisse aus dem deutschsprachigen Raum hervorgetan, die mehr oder weniger bekannt sowie mehr oder weniger nützlich für Suchende und Webmaster sind. Doch welche Kataloge bringen der eigenen Website etwas? Wo lohnt sich der Eintrag besonders? Diese Fragen lassen sich an Hand von zehn Kriterien für jeden Webkatalog beantworten.
1. Tatsächliche Besucher
Hat der Webkatalog tatsächlich Besucher, die nicht aus der SEO- oder Webdesign-Branche stammen? Viele Webverzeichnisse sind nur einem marginal geringen Teil der Internetnutzer bekannt, die entsprechende Listen auf SEO-Seiten gefunden haben. Potentielle Kunden werden bei 99% der Webverzeichnisse nicht zu der Website finden. Insofern nützen auch öffentliche Counter mit 5-stelligen Besucherzahlen, die man ohnehin individuell einstellen kann, nichts.
2. Pagerank der Webkatalog-Startseite
Ein Kriterium was für die meisten Webmaster am bedeutendsten ist, ist der Pagerank der Startseite. Dies wird beispielsweise daran deutlich, dass in den diversen Verzeichnislisten die Einträge nahezu immer nach dem Pagerank-Wert der Startseite sortiert sind. Je höher der Pagerank der Startseite, desto mehr Pagerank haben auch die einzelnen Themenkategorien, in denen die Verzeichniseinträge stehen. Im Schnitt liegt der PR der passenden Unterkategorie zwischen 1-3. PR 4 und mehr Kategorien sind äußerst selten und somit echte Perlen.
Hat der Katalog erst PR 0 lohnt sich in einigen Fällen aber durchaus schon ein Eintrag. Häufig ist dieser erst vor kurzem veröffentlicht worden und der öffentliche PR ändert sich erst mit dem nächsten Toolbar PR Update. Die Bearbeitung der vorgeschlagenen Websites erfolgt hier tendenziell schneller als bei den bereits etablierten Katalogen, die jeden Tag mit ca. 50 Neuzugängen und mehr zu kämpfen haben.
3. Statische Urls
Die datenbankbasierten Katalogskripte geben von Hause aus Urls mit Parametern aus. Ein Kategorie-Url lautet beispielsweise http://www.webverzeichnis-beispiel.de/index.php?catid=97. Zwar können die Spider moderner Suchmaschinen mittlerweile Parameter-Urls besser indexieren, jedoch ist im Vergleich zu statischen Urls ein größerer Pagerank-Verlust innerhalb der internen Verlinkung belegbar. Aus diesem Grund sollte man lediglich Webkataloge nutzen, die ihre dynamischen Urls mittels Mod Rewrite in statische Urls umschreiben. Das erleichtert die Crawl-Aktivitäten der Suchmaschinenroboter und wirkt sich positiv auf den Pagerank der Unterkategorien aus.
4. Statische Links
Ein weiteres Entscheidungskriterium für oder gegen den Eintrag in einen Webkatalog ist die Art der Verlinkung. Für Suchmaschinen sind lediglich normale statische Links relevant. Links, die über eine PHP- oder CGI-Weiterleitung verfügen, fließen nicht in die Wertung der Backlinks ein. Vielmehr kann in einigen Fällen ein solcher Link sogar schaden, insbesondere bei neuen Domains. Durch die Verwendung von 302er Weiterleitungen kann es zu dem so genannten Url Hijacking Problem kommen, wodurch die verlinkte Website geschädigt werden kann. Da ein Link von einem solchen Katalog kein Vorteil fürs Suchmaschinenranking bringt, sondern eher noch mit Nachteilen verbunden sein kann, sollte man auf die Eintragung in Webkataloge mit Weiterleitungslinks generell verzichten. Es sei denn, es handelt sich um eine wirkliche Authorität im Themengebiet, das sehr viele Besucher verzeichnet. Dann kann ein Eintrag durchaus nützlich sein, indem reale Besucher über den Link zur eigenen Website kommen.
5. Kategorientiefe und -struktur
Des weiteren spielt die Anordnung und Tiefe der thematischen Kategorien in einem Webkatalog eine besondere Rolle. Hier tauchen auch die größten Unterschiede zwischen den hunderten Katalogen auf. Orientieren sich einige Webkataloge an den Strukturen vom DMOZ oder Yahoo, ordnen andere Webmaster ihre Kategorien nach "gutdünken", ohne auf systematische Strukturen, wie vom Allgemeinen zum Speziellen, zu setzen. Die Taxonomie ist somit oftmals nicht nachvollziehbar, so dass Anmeldungen in der richtigen Kategorie eher selten sind. Einige Kataloge sind zudem darauf bedacht, Websites von Firmen (Unternehmen) in einer bestimmten Hauptkategorie zusammenzufassen, die dann erst regional nach Bundesländern, Landkreisen sowie Städten und anschließend nach diversen Wirtschaftsbranchen und Spezialthemen untergliedert wird. Dadurch entsteht nicht selten eine Kategorietiefe von sieben Ebenen, wobei die Zwischenebenen überwiegend leer sind. In der richtigen Kategorie ist dann kaum noch Pagerank vorhanden und der Klickaufwand für jeden Besucher und Submitter viel zu hoch.
Aber nicht nur die Kategorientiefe ist entscheidend. Ein nicht unwesentlicher Faktor spielt - wie bei jeder Website - auch die interne Verlinkung eine Rolle. Hierfür gibt es verschiedene Ansätze, eine optimale Verlinkung zu erreichen. Linkheim.de nutzt beispielsweise verwandte Kategorien am unteren Seitenende, um die "Durchblutung" der einzelnen Kategorien zu fördern. Einen anderen Weg geht beispielsweise Misses Linkfire, die alle thematischen Kategorien noch einmal aus einer Alphabar (Buchstabenleiste) verlinkt und kurze Hinweise zum Themenspektrum der jeweiligen Kategorie gibt.
Die 3 besten Webkataloge
Open Directory Project
Das Urgestein unter den Katalogen mit über 475.000 Einträgen allein im deutschsprachigen
Bereich. Seit 1998 im Netz, kostenlos und von freiwilligen Editoren gepflegt.
Linkheim
Werbefreier Webkatalog mit bereits über 9000 Einträgen und einer kurzen Aufnahmedauer.
Webverzeichnis-Webkatalog.de
Sehr umfangreicher Webkatalog mit bereits über 15000 Einträgen und einer suchmaschinenoptimierten
Link- und Verzeichnisstruktur.
6. Gegenleistung für den Webkatalog-Eintrag
Ein KO-Kriterium für viele Submitter ist die Frage der Gegenleistung. In Zeiten der "Geiz ist geil"-Mentalität darf ein Link natürlich nichts kosten oder eine anderweitige Gegenleistung verlangen. Die einfachen Webverzeichnisse bieten in der Regel daher grundsätzlich eine kostenlose Eintragsvariante an.
Mittlerweile gibt es aber immer mehr Webkataloge, die backlinkpflichtig sind. Dabei wird als Backlink-Ziel nicht der eigentliche Webkatalog angegeben, sondern eine andere vom Katalogbetreiber zu optimierende Website. Der Webkatalog wird also als sogenanntes Satellitenprojekt eingesetzt, wo etliche Links platziert werden können, wobei das Hauptprojekt durch die erforderlichen Backlinks gestärkt wird. Unterm Strich handelt es sich dabei um einen klassischen Linktausch, nur dass dabei nicht die eigentliche Website mit Footer-Links oder dergleichen verunstaltet wird.
Es gibt aber auch Kataloge, die einen gesetzten Backlink mit einem Premiumeintrag belohnen, der somit über den anderen normalen Einträgen innerhalb einer Kategorie platziert wird. Eine andere Möglichkeit bietet das Webverzeichnis Monsterlink.de. Dieser Katalog belohnt Backlinks beispielsweise damit, dass der Texteintrag durch einen Thumbshot der Website ergänzt wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sicherlich 50-60 gute Webkataloge ohne Backlinkpflicht gibt, so dass allein hiermit schon wesentlich die Domainpopularität gesteigert werden kann. Im Einzelfall ist der eine oder andere Katalog aber auch eine Linkempfehlung wert, mit der man nebenbei noch einen Premiumeintrag erhalten kann.
7. Eintragsanzahl pro Seite
Ein weiteres Kriterium für die Qualität und Wertigkeit eines Katalogeintrags ist die Anzahl der Einträge pro Seite. Hier haben sich überwiegend zehn manchmal auch fünf Einträge durchgesetzt. Dies hängt insbesondere vom verwendeten Verzeichnisskript ab. Ist es für den Suchenden sicherlich angenehmer eine Liste von mehreren Einträgen auf einer Seite zu sehen, so ist der Webmaster des Eintrags hingegen daran interessiert, möglichst viel Linkpower zu bekommen, die bei zu vielen Links auf einer Seite gemindert wird.
8. Anzahl externer Partner- oder Footer-Links
Doch nicht nur die regulären Einträge in den Themenkategorien können die Linkpower eines Verzeichniseintrags verringern. Auch das ganze "Klimbim" drumherum sollte beachtet werden. Oftmals sind in sogenannten Partner-Boxen am linken oder rechten Rand noch 10-20 Links integriert. Auch blinkende Affiliate-Links und -Buttons gehören dazu. Sehr beliebt sind zudem Footer-Links zu anderen Websites. Diese ganzen Links können den Wert eines Backlinks aus diesem Katalog durchaus erheblich mindern, so dass es hier schon geübter Augen bedarf. Alternativ kann man auch die Firefox-Extension "Linkchecker" nutzen, die mit einem Klick die Anzahl und Verfügbarkeit der Links ermittelt. Positiver Nebeneffekt des Tools ist, dass man beim Auffinden eines fehlerhaften Links auch den Katalogbetreiber darüber informieren kann. Diese sind in der Regel daran interessiert, nur funktionierende Websites zu listen, so dass sie einer mit der Fehlermeldung verbundenen Bitte, um schnellere Aufnahme der eigenen Website öfters mal nachkommen.
9. Sortierung der Webkatalog-Einträge
Neben der Anzahl der Einträge spielt auch die Sortierung eine wesentliche Rolle. Die Reihenfolge hängt dabei insbesondere vom verwendeten Verzeichnisskript und den vorgenommenen Einstellungen des Katalogbetreibers ab. Webkataloge, die auf dem Biz Directory (oder jetzt Free PHP Directory Script) basieren, nutzen regelmäßig eine alphabetische Sortierung. Handelt es sich beispielsweise um ein PHP Link Directory Katalog ist sowohl eine Sortierung nach Alphabet, Pagerank oder Hits möglich. Andere Webverzeichnisse hingegen ergänzen neue Einträge einfach "hinten dran", wie beispielsweise der Webkatalog Die Top 10.
Natürlich lassen sich Pagerank oder das Eintragsdatum nicht ohne weiteres verändern. Wird jedoch eine alphabetische Sortierung vorgenommen, kann es durchaus sinnvoll sein, den Titel des Eintrags zu variieren. Nutzt man sonst üblicherweise "Werbeagentur Altermann" als Linktext (= Titel), kann es in diesem Fall sinnvoll sein, den Titel einfach mal zu drehen, also "Altermann Werbeagentur". Das ist vor allem relevant, wenn die Themenkategorie schon sehr gefüllt ist und sich mit der "Blättern-Funktion" über mehrere Seiten erstreckt. Und solange man daraus nicht gleich ein Eintrag á la "1-A Werbeagentur" macht, wirkt das auch nicht spammig.
10. Domain-Popularität des Webkatalogs
Last but not least spielt nach Meinung vieler SEO-Experten die Domainstärke des Webkatalogs selbst eine Rolle. Ein Pagerank von 4 oder 5 lässt sich schließlich leicht "hochzüchten". Die wirkliche Stärke des Backlinks soll sich aber erst aus der Domain- und IP-Popularität des Webkatalogs ergeben. Diese Werte können am besten mit dem SEO-Tool auf Linkvendor.de ermittelt werden.